Die Scholl-Schule will wachsen

23.04.2010

Die Einrichtung in der Römerstadt wünscht sich eine neue Cafeteria, in der alle Schüler Platz haben

Die Geschwister-Scholl-Schule wünscht sich eine neue Cafeteria für 1,2 Millionen Euro. Gestern machte sich der CDU-Arbeitskreis Bildung ein Bild an Ort und Stelle.

Römerstadt. Gemütlich ist sie ja, die Cafeteria de Geschwister-Scholl-Schule mit ihrem hellen Anstrich und der Glasfront. Nur leider viel zu klein. Gerade mal die fünften und sechsten Klassen der rund 600 Schüler können hier dreimal in der Woche zu Mittag essen. Deshalb will Schulleiter Dietmar Brettschneider das Erdgeschoss des Hauptgebäudes umbauen lassen, damit zukünftig alle Klassen in den Genuss der Nachmittagsbetreuung kommen können. Die 1,2 Millionen Euro dafür sind bereits bewilligt. Gestern machten sich sieben Mitglieder des Arbeitskreises Bildung der CDU-Fraktion im Römer ein Bild davon, wofür es eingesetzt werden soll.

Räume verlegen

Zusätzlich zur Cafeteria im vor 16 Jahren gebauten Neubau sollen die Werkräume im Haupthaus der Schule verlegt werden, um Platz für Küche, Ess- und Aufenthaltsräume zu schaffen. «Dass dieser Plan über eine Million Euro kosten soll, hat bei uns für Erstaunen gesorgt», verrät Bernadette Weyland, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Brettschneider klärt auf: Das große Hauptgebäude stammt aus den 30er Jahren und aus der Feder des Architekten Martin Elsaesser, der mit viel Glas und offenen Räumen arbeitete. Glück für Schüler, Ärger für den Geldbeutel der Stadt: Das Haus ist denkmalgeschützt und das macht den Umbau teurer. Hinzu kommen noch Kosten für Ausstattung, Rauchabzug, Toiletten – «man muss vieles beachten, wenn man zur Ganztagsschule werden möchte.»

Viel in Eigenleistung

Untätig ist die Geschwister-Scholl-Schule in dieser Hinsicht nicht. Seit zwei Jahren gibt es die Mittagsbetreuung für die unteren Klassen. «Die haben wir ganz ohne Hilfe von außen auf die Beine gestellt», sagt Brettschneider. Dreimal in der Woche bekommen die Fünft- und Sechstklässler ein Mittagessen, bezahlte Lehramtsstudenten helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Aus Geld- und Platzmangel wurden die älteren Schüler bisher ausgeschlossen. Das soll sich durch den Zuschuss nun ändern. Drei Euro kostet momentan das Mittagessen, Kinder von Eltern mit einem Frankfurtpass zahlen nur ein Euro – das nehmen zur Zeit die Hälfte der Kinder in Anspruch. «Gerade weil wir so viele Kinder an der Schule haben, die aus schwierigen Verhältnissen kommen, ist es wichtig, ihnen einen Platz zu geben, wo sie ungestört arbeiten können», findet Brettschneider. Nachteil: Selbst wenn das Gebäude umgebaut ist, können nicht alle Schüler zusammen essen, sondern jeweils 80 bis 100 in einem Durchgang.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Bildung jedenfalls zeigten sich angetan vom Konzept des Schulleiters. Weyland ist optimistisch: «Das Geld ist bewilligt. Sobald der genaue Plan der Schule vorliegt, kann ein Bauantrag gestellt werden und die Sache kommt ins Rollen.» jro